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Renaissance-Skulptur

Renaissance-Epitaphien von St. Jodok

Renaissance-Epitaphien von St. Jodok

Die Kirche St. Jodok in Landshut, eine um 1480 vollendete gotische Hallenkirche, bewahrt mehrere Renaissance-Epitaphien aus rotem Marmor, die zu den schönsten der niederbayerischen Grabplastik zählen, darunter ein Werk des Stefan Rottaler.

Was man sehen sollte

Beiderseits des Hauptportals sind im Langhaus zwei Epitaphien aus rotem Marmor in die Wand eingelassen: das eine für den Ritter und herzoglichen Verwalter Peter von Altenhaus (gestorben 1513), ein Werk des Landshuter Bildhauers Stefan Rottaler, das andere für einen 1619 im Dreißigjährigen Krieg Gefallenen. Am ersten Pfeiler des Langhauses, nahe dem Südeingang, steht ein schönes Renaissance-Epitaph aus rotem Marmor für Katharina Daum zu Moos, gestorben 1544. Der rote Marmor aus den Brüchen der Gegend bietet eine dichte, polierte Fläche, auf der das Relief der knienden Figuren, der Wappen und der architektonischen Rahmungen klar hervortritt. Diese Wandmonumente bezeichnen den Übergang von der liegenden Platte zum aufrechten Epitaph, zum Lesen auf Augenhöhe gedacht.

Geschichte

Stefan Rottaler, im frühen 16. Jahrhundert in Landshut tätig, war einer der Meister jener Rotmarmor-Schule, die sich in Bayern ausbreitete. Seine Epitaphien und die seiner Nachfolger dienten dem Gedächtnis der Ritter, Verwalter und Bürgerfamilien der herzoglichen Stadt. Die Wahl des roten Marmors, edel und dauerhaft, entsprach dem Beständigkeitswunsch der Auftraggeber und trug zur einheitlichen Tonlage der bayerischen Grabplastik des 16. Jahrhunderts bei. Die Kirche bewahrt in ihrer Gruft auch eine ältere große Platte aus rotem Marmor (Ritter Heinrich von Staudach, gestorben 1483), die die Renaissance-Epitaphien in eine fortlaufende örtliche Tradition stellt. St. Jodok bietet so auf Pfarrebene ein verdichtetes Panorama der Landshuter Grabkunst.

Symbole und Geheimnisse

Der rote Marmor, edel und dauerhaft, entspricht dem Beständigkeitswunsch der Auftraggeber: Die tiefe Farbe des Steins ruft Fleisch wie Blut hervor, natürlicher Träger des Gedächtnisses. Kniende Figuren und Wappen sprechen von Glaube und Rang des Verstorbenen. Die Kirche bewahrt in ihrer Gruft eine ältere Platte (Heinrich von Staudach, 1483), die die Renaissance-Epitaphien in eine fortlaufende Tradition stellt; eines der Portal-Epitaphien gedenkt eines 1619, zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges, Gefallenen. Die dichte, polierte Fläche verleiht den Figuren eine ernste Würde, und diese aufrechten Epitaphien stellen ein stilles Gegenüber zwischen dem Lebenden und dem Gedächtnis des Toten her.

Warum dieses Werk zählt

St. Jodok bietet auf Pfarrebene ein verdichtetes Panorama der Landshuter Grabkunst im Jahrhundert der Renaissance, in dem die Wahl des roten Marmors zur einheitlichen Tonlage der bayerischen Grabplastik beitrug. Mit der Schule des Stefan Rottaler bezeugen diese Epitaphien eine am Stein selbst erkennbare regionale „Signatur" und ergänzen mit der nahen St. Martin das Grabgesicht der herzoglichen Stadt.

Siehe auch