Gattung: Malerei (Flügelretabel / Triptychon) Aufbewahrungsort: Anhaltische Gemäldegalerie, Schloss Georgium, Dessau Technik: Öl und Tempera auf Lindenholz (parkettierte Flügel); Mitteltafel ca. 106 × 92,5 cm, Flügel je ca. 106 × 42 cm
Kunstgeschichte
Als Höhepunkt von Cranachs vorreformatorischer Retabelproduktion wurde dieses Triptychon um 1510 für die Marienkirche in Dessau geschaffen und gelangte im 19. Jahrhundert in die Anhaltische Gemäldegalerie. Die Mitteltafel zeigt die Madonna mit dem Kind im Kreis von Heiligen nach dem Typus der Sacra Conversazione, den Cranach am Wittenberger Hof prägte. Die Flügel verbinden marianische Andacht mit dem dynastischen Gedächtnis des Hauses Sachsen, dessen Hofmaler Cranach war.
Symbolik
Die heilsvermittelnde Madonna, die als Glaubensvorbilder dargebotenen Heiligen und die Triptychon-Form selbst — an Festtagen geöffnet — vergegenwärtigen die Heilsökonomie, in die die Stifter eingebunden sind.
Geheimnisse & Rätsel
Die Datierung der Mitteltafel schwankt zwischen 1507-1509 und „um 1510“. Nicht zu verwechseln mit Cranachs Torgauer Altar im Frankfurter Städel.
Emotionen
Stille, befriedete Andacht, getragen von der Sanftheit der Farben und Gesichter — kennzeichnend für die Frömmigkeit vor der Reformation.
Anekdote
Erst im 19. Jahrhundert kam das Retabel in die anhaltische Galerie; bis heute ist es das Glanzstück der altdeutschen Meister der Sammlung.

