Albrecht Dürer — 1499
Schlossmuseum, Klassik Stiftung Weimar. Öl auf Holz (Diptychon), je Tafel ca. 28 × 24 cm.
Kunstgeschichte
Nach seiner Rückkehr aus Italien malt Dürer 1499 dieses Diptychon des Nürnberger Patriziers Hans Tucher, Ratsmitglied, und seiner Frau Felicitas Rieter, seit 1482 verheiratet. Beide im Dreiviertelprofil vor einer Landschaft, eine aus Italien und von den Flamen übernommene Formel. Die Inschrift „HANS TVCHER 42 IERIG 1499" nennt Namen, Alter und Datum. Das Ensemble gehört zu einer Tucher-Reihe, deren bekanntes Gegenstück das Bildnis der Elsbeth Tucher in Kassel ist.
Symbolik
Ehediptychon: der Mann links, die Frau rechts. Pelz und Schmuck = patrizischer Rang. Die Landschaften öffnen den Raum.
Geheimnisse
Zerstreutes Ensemble (Weimar, Kassel); Altersinschriften und Wappen helfen, jede Tafel in der Tucher-Genealogie einzuordnen.
Emotionen
Ruhige Würde, Festigkeit; ohne Lächeln eine ernste Gegenwart, in der die Individualität durchscheint.
Für den Museumsführer
Ein Paar, das über den Raum hinweg spricht; die Inschrift lesen, Pelz und Landschaft sehen; ein drittes Bildnis (Elsbeth) in Kassel.
Anekdote
Jeder Gatte hält einen Ring, Erinnerung an die Ehe von 1482.

