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Renaissance-Malerei

Bildnis der Barbara Dürer, der Mutter des Künstlers

Bildnis der Barbara Dürer, der Mutter des Künstlers

Albrecht Dürer — um 1490 Öl auf Nadelholz (Kiefer), ca. 47 × 38 cm Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg

Kunstgeschichte

Um 1490, mit neunzehn Jahren, malt Dürer seine Eltern als Diptychon. Dieser Flügel zeigt seine Mutter Barbara Holper, mit weißer Haube und dunklem Kleid vor einfarbigem Grund. Die Kleidung ist summarisch, das Gesicht genau gegeben. Lange angezweifelt, wurde die Tafel 1977 von Lotte Brand Philip wieder Dürer zugeschrieben. Das Bildnis des Vaters, das Gegenstück, ist in Florenz; das der Mutter blieb in Nürnberg.

Symbolik

Haube und Kleid benennen den Stand der bürgerlichen Ehefrau; das Diptychon, intime und ehrende Geste, behauptet den Wert des individuellen Gesichts.

Geheimnisse

Die Zuschreibung war lange umstritten; das Bild galt bis 1977 als anonymes „Bildnis einer Frau mit Haube“.

Emotionen

Ein ernster, nachdenklicher Blick, eine unbeschönigte Zärtlichkeit: die Intimität einer wirklichen Gegenwart statt eines Repräsentationsbildes.

Hinweis des Führers

Der neunzehnjährige Sohn malt seine Mutter ohne Schmeichelei: angedeutetes Kleid, erforschtes Gesicht. Ein vom Vaterbildnis getrenntes Diptychon, heute in Florenz.

Anekdote

Barbara hatte achtzehn Kinder, von denen wenige überlebten; Dürer zeichnete sie erschüttert noch kurz vor ihrem Tod.

Siehe auch