HitsMap

Renaissance-Malerei

Gesetz und Gnade (Weimar)

Gesetz und Gnade (Weimar)

Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren — um 1535-1540

Schlossmuseum, Klassik Stiftung Weimar. Öl auf Holz.

Kunstgeschichte

Diese Fassung stammt aus der Cranach-Werkstatt, rund ein Jahrzehnt nach der Erfindung des Themas. Sie übernimmt das kanonische Schema (mittlerer Baum, Gesetz links, Gnade rechts). Der Gothaer Tafel (1529) gegenübergestellt, erhellt sie eine Verbreitung mehr als eine Schöpfung: wie ein starkes Bild von der Wittenberger Werkstatt wiederholt und weitergegeben wurde. Weimar wurde ein Hort der Reformationserinnerung.

Symbolik

Der Baum stellt den Tod des Gesetzes dem Leben der Gnade gegenüber; Sünde und Verdammnis links, Gekreuzigter und Rechtfertigung durch den Glauben rechts.

Geheimnisse

Die Zuschreibung an die Werkstatt wirft die Frage der Händescheidung auf: mehrere Fassungen, einige vom Meister, andere von Mitarbeitern oder dem Sohn.

Emotionen

Derselbe visuelle Schock (Angst links, Hoffnung rechts), doch gleichmäßigere, fast musterhafte Haltung.

Für den Museumsführer

Dieselben Zutaten wie in Gotha, aber hier ein Werkstattbild: der Beweis, dass ein Bild im ganzen lutherischen Sachsen Schule machte.

Anekdote

Weimar ist mit der Herderkirche und ihrem Cranach-Altar ein bedeutender Erinnerungsort der Reformation.

Siehe auch