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Renaissance-Malerei

Alexanderschlacht (Schlacht bei Issus)

Alexanderschlacht (Schlacht bei Issus)

Tausende Kämpfer prallen am Rand einer Bucht aufeinander, unter einem entflammten Himmel, an dem Sonne und Mond einen anderen Kampf austragen. 1529 von Albrecht Altdorfer gemalt, ist diese Alexanderschlacht eines der schwindelerregendsten Bilder der Renaissance, in dem ein antiker Sieg zur Vision der ganzen Welt wird.

Was man sehen sollte

Der Vordergrund wimmelt: unzählige Heere, aufgerichtete Lanzen, flatternde Banner, gegeneinander stürmende Reiter, mit goldschmiedhafter Genauigkeit gemalt, bis sie zu einem Wald aus Metall werden. Im Herzen des Getümmels verfolgt Alexander den fliehenden Darius auf seinem Wagen. Dann steigt der Blick auf und entdeckt eine ungeheure Landschaft: eine Bucht, Berge, ferne Städte, das Meer, das sich mit einem gekrümmten Horizont vereint, bis zur Rundung der Erde. Darüber ein spektakulärer Himmel, an dem die Sonne aufgeht, während der Mond untergeht, und eine schwebende Tafel, die auf Latein die Schlacht benennt und kommentiert.

Geschichte

Das Bild gehört zu einer Reihe historischer Schlachten, die Wilhelm IV., Herzog von Bayern, für seine Münchner Residenz in Auftrag gab — ein Zyklus, der die großen Auseinandersetzungen der Geschichte feierte. Altdorfer, Meister aus Regensburg und Hauptfigur der Donauschule, lieferte 1529 diese Vergegenwärtigung von Alexanders des Großen Sieg über den Perserkönig Darius bei Issus, 333 v. Chr. Das Werk erlangte dauerhaften Ruhm: Napoleon eignete es sich während der Napoleonischen Kriege an und behielt es in Paris, bevor es nach München zurückkehrte und in die Alte Pinakothek kam.

Symbole und Geheimnisse

Die antike Schlacht ist kein bloßes Historienthema: im selben Jahr gemalt, in dem die Osmanen Wien belagerten, schwingt sie mit der Aktualität mit. Der Kampf der aufgehenden Sonne und des sinkenden Mondes wurde als Allegorie des über die Mondsichel triumphierenden christlichen Abendlandes gedeutet. Die im Himmel schwebende Tafel, wie eine himmlische Kartusche, gibt dem Betrachter den Schlüssel zum Thema. Der kosmische Maßstab schließlich — das Schlachtfeld wie aus großer Höhe, fast aus dem Weltraum gesehen — macht die menschliche Auseinandersetzung zu einer winzigen Episode in der unermesslichen Ordnung der Schöpfung.

Warum dieses Werk zählt

Die Alexanderschlacht ist das absolute Meisterwerk der „Weltlandschaft" und der Höhepunkt der Donauschule. Altdorfer erfindet darin eine Historienmalerei, die zugleich eine Kosmologie ist, und verschmilzt die Genauigkeit des Details mit dem Schwindel des Unendlichen. Jahrhundertelang bewundert, von Napoleon bis zu den deutschen Romantikern, die darin eine Vorform des Erhabenen sahen, bleibt sie eines der meistkommentierten Bilder der Alten Pinakothek und der gesamten deutschen Renaissance.

Siehe auch