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Renaissance in Deutschland

Schloss Herzberg

Herzberg am Harz

Schloss Herzberg

Auf einer Höhe am Rand des Harzes, in Herzberg, wurde das welfische Schloss nach dem Brand von 1510 zu einer geschlossenen Vierflügelanlage wieder aufgebaut. Residenz der Herzöge von Braunschweig-Grubenhagen bis 1596, bietet es ein seltenes Beispiel eines großen Fürstensitzes des 16. Jahrhunderts, dessen Obergeschoss in Fachwerk über einem Steinsockel ausgeführt ist.

Was zu sehen ist

Das Schloss bildet ein geschlossenes Viereck um einen rechteckigen Hof von etwa 40 auf 58 Metern, mit roten Hohlziegeln gedeckt. Sein bemerkenswertestes Merkmal ist das Fachwerk der Obergeschosse auf Werksteinsockeln: eine wirtschaftliche, regionale Lösung, hier aber im Maßstab einer Residenz. Die vier Renaissanceflügel bestehen mit ihren Türmen fort und bilden eines der größten Fachwerkensembles dieses Ranges in Niedersachsen. Herzberg ist als Bau aus Holz und Stein zu lesen, zwischen befestigtem Hof und Fürstenpalast, dessen Silhouette ganz dem Wiederaufbau des 16. Jahrhunderts verdankt. Der Ort beherbergt seit 1900 ein Museum, ein Amtsgericht, und sein Rittersaal dient seit 1986 als Konzertsaal.

Geschichte

Nach dem Brand von 1510 ließ Herzog Philipp I. von Braunschweig-Grubenhagen das Schloss zur heutigen Vierflügelanlage erneuern. Das kleine Fürstentum Grubenhagen, ein Zweig des welfischen Hauses, hielt hier seine Residenz bis 1596, danach verlor das Schloss seine höfische Rolle. Sein Fortbestehen als Verwaltungssitz und dann als Museum bewahrte das Fachwerkensemble, das bis ins 18. Jahrhundert gestaffelte Arbeiten ergänzten, ohne die Anlage zu verändern. Herzberg zeigt eine nachgeordnete welfische Renaissance, fern dem Glanz von Celle oder Wolfenbüttel, doch den Materialien und dem Können des Landes treu. Für den Atlas gilt es als Zeugnis einer bescheidenen Fürstenarchitektur, in der das sonst dem Bürgerhaus vorbehaltene Fachwerk zum herzoglichen Wohnsitz aufsteigt.

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