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Renaissance in Deutschland

Rathaus Brakel

Brakel

Rathaus Brakel

Das Rathaus Brakel im Kreis Höxter ist ein weißer Bau der Weserrenaissance mit zierenden Staffelgiebeln. Sein mittelalterlicher Kern, um 1340 bezeugt, geht auf das 14. Jahrhundert zurück: Der sichtbare Bau überlagert somit eine alte Struktur und eine aus einem Brand hervorgegangene Renaissancekampagne.

Was zu sehen ist

Nach einem Brand 1570 wurde das Gebäude um vier Achsen nach Norden und Süden erweitert — ein Wiederaufbau, der die Gelegenheit zur Modernisierung bot. Der Staffelgiebel ist mit Vierpässen durchbrochen, einem Motiv, das die Masse auflockert und mit dem Licht spielt. An der Südseite bezeichnet ein Renaissance-Portal von 1573 mit Korbbogen und verziertem Werksteinrahmen diese Bauphase und gibt ihr Datum an. Diamant- und Waffelquader sowie Rosetten sind typische Formelemente der Weserrenaissance — jenes Oberflächenvokabular, das, auf einen schlicht gebliebenen Baukörper aufgetragen, genügte, um die Modernität eines Gebäudes anzuzeigen. Der Gegensatz von hellem Putz und steinernen Rahmungen verleiht Brakel seine klare, am Platz wiedererkennbare Erscheinung.

Geschichte

Der Brand von 1570 war paradoxerweise die Geburtsstunde des Renaissance-Rathauses: Wie oft in den aus Holz und Lehm gebauten Städten des Reiches erzwang das Feuer Wiederaufbauten, die zur Gelegenheit wurden, die neuen Formen zu übernehmen. Brakel, eine kleine Stadt im Kreis Höxter unter der Herrschaft des Bistums Paderborn, behauptete so mit seinem wiederaufgebauten Rathaus und dem auf 1573 datierten Portal die Selbständigkeit seines Rates und die Lebenskraft seiner Bürgerschaft. Der Bau reiht sich in die Folge der Rathäuser der Weserrenaissance — Höxter, Bad Salzuflen, Brakel —, die die Region prägen und zu ihren beständigsten Zügen gehören. Das auf 1573 datierte Portal bleibt der beste Anhaltspunkt, um den Renaissance-Beitrag in dieser lange umgebauten Masse festzumachen: eine geschmückte, mit einem Datum bezeichnete Schwelle, durch die der mittelalterliche Bau in sein Jahrhundert eintrat. In ihr verdichtet sich, was den ganzen Bautyp ausmacht — ein alter Kern, mit den neuen Formen überzogen. Genau diese Verbindung macht Brakel zu einem lehrreichen Beispiel der Weserrenaissance im Kreis Höxter.

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