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Renaissance in Deutschland

Fuggerhäuser

Augsburg

Fuggerhäuser

Treten Sie in den Damenhof, und Sie verlassen Deutschland: toskanische Säulen, helle Galerien, der Rhythmus eines italienischen Hofs, erstmals nördlich der Alpen. So wollte es Jakob Fugger „der Reiche", nach auf seinen Reisen notierten Plänen — der Mann, der dem Kaiser lieh und Wahlen machte und brach. Maximilian I. und Karl V. logierten in diesem Kaufmannspalast. Und hier wurde 1518 der vorgeladene Martin Luther vom Kardinal Cajetan verhört: Unter diesen italienischen Galerien spielte sich einer der ersten Akte der Reformation ab. Nirgends berühren sich die Macht des Geldes und die Wende des Jahrhunderts so nah.# Fuggerhäuser und DamenhofAn der Maximilianstraße verbirgt sich hinter einer Stadtpalast-Fassade eine Revolution: der Damenhof, der erste nördlich der Alpen im Stil der italienischen Renaissance gestaltete Hof. Hier, bei Jakob Fugger, dem reichsten Mann seiner Zeit, hielt Italien Einzug in Deutschland.

Was man sehen sollte

Durchschreiten Sie die Tordurchfahrt und suchen Sie den Damenhof: einen Hof mit übereinanderliegenden Galerien, getragen von toskanischen Säulen, erfüllt von einem für die damalige Zeit nördlich der Alpen neuartigen Licht. Er ist das Hauptstück der Anlage und ihr Ruhmestitel. Vergleichen Sie ihn mit der nüchterneren Straßenfassade: Der Gegensatz zwischen äußerer Zurückhaltung und innerer Pracht ist für die Kaufmannsarchitektur der Renaissance kennzeichnend. Die Anlage litt unter der Bombardierung vom Februar 1944, und ein Wiederaufbau behob die Kriegsschäden in den Jahren 1949-1951; der Damenhof mit seinen toskanischen Säulenarkaden bleibt jedoch das zentrale, bewahrte Herzstück des Hauses.

Geschichte

Jakob Fugger lässt die Anlage zwischen 1512 und 1515 an der Maximilianstraße — der alten römischen Via Claudia — errichten. Baumeister ist wahrscheinlich Hans Hieber, doch Fugger entwirft den Komplex selbst nach Plänen, die er auf seiner Italienreise notiert hatte. Die Fuggerhäuser sind das erste Profangebäude nördlich der Alpen im Stil der italienischen Renaissance. Der Palast dient Karl V. als kaiserliches Quartier und ist Schauplatz bedeutender Ereignisse: 1518 wird hier Martin Luther vom Kardinal Cajetan verhört, ein entscheidender Augenblick der frühen Reformation. Das Haus verkörpert die Macht einer Bankiersfamilie, die die Habsburger finanziert und die europäische Politik mitbestimmt.

Symbole und Geheimnisse

Der Damenhof ist ein Manifest. Mit der Einfuhr toskanischer Säulen und des Galeriehofes zeigt Jakob Fugger seine Vertrautheit mit Italien und seinen Rang als Fürst der Finanz, den großen Florentiner Familien gleich. Die Schlichtheit der Straßenfassade dagegen achtet die Regeln der Reichsstadt: Der Reichtum zeigt sich im Inneren, denen, die man empfängt. Das bedeutungsvollste Geheimnis bleibt die Audienz von 1518: Zwischen diesen Mauern stehen sich die Kirche und der künftige Reformator gegenüber, und die Geschichte kippt.

Warum dieser Ort zählt

Die Fuggerhäuser und ihr Damenhof markieren den Einzug der italienischen Renaissance in die deutsche Architektur. Als erster Hof dieser Art nördlich der Alpen öffnet der Damenhof den Weg für ein ganzes Jahrhundert von Galeriehöfen, von der Plassenburg bis zu den Fürstenresidenzen. Als Ort finanzieller Macht und Schauplatz einer Gründungsepisode der Reformation verdichtet die Anlage an einem Punkt Augsburgs die doppelte Revolution — die künstlerische und die religiöse — des 16. Jahrhunderts.

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