Städel Museum, Frankfurt am Main — Mischtechnik auf Lindenholz, Mitteltafel ca. 120 × 99 cm, Inv. 1398.
Kunstgeschichte
Triptychon, auf einer Säule mit «LUCAS CHRONUS FACIEBAT ANNO 1509» signiert. Cranach, Hofmaler in Wittenberg, behandelt die Heilige Sippe in einem prächtigen Innenraum: Joseph, die Jungfrau, Anna und das Kind, die drei Ehemänner Annas im Hintergrund, in einer deutschen Landschaft. Er verleiht den Heiligen die Züge Kaiser Maximilians und der sächsischen Fürsten Friedrich des Weisen und Johann des Beständigen, daher der Name «Torgauer Fürstenaltar».
Symbolik
Die Heilige Sippe, Vorbild der christlichen Familie, überlagert den sächsischen Stammbaum: die Fürsten unter göttlichem Schutz.
Geheimnisse
Die Zuordnung der Bildnisse bleibt umstritten; die Signatur täuscht ein an einer Säule hängendes Schriftstück vor.
Emotionen
Ruhige Feierlichkeit, Würde einer heiligen Familie und eines Hofes zugleich.
Anekdote
Cranach signierte auf einem kleinen gemalten, an eine Säule gehefteten Zettel, wie ein Anschlag.

