HitsMap

Renaissance-Malerei

Die zwei Hexen — Hans Baldung Grien (1523)

Die zwei Hexen — Hans Baldung Grien (1523)

Städel Museum, Frankfurt am Main — Mischtechnik auf Lindenholz, 65,4 × 46 cm, Inv. 1123.

Kunstgeschichte

Die 1523 signierte und datierte Tafel gehört zum Hexen-Thema, das Baldung seit seinem Holzschnitt von 1510 entwickelt. Bei Dürer ausgebildet und in Straßburg tätig, lenkt der Maler die Aktbeherrschung der Renaissance ins Unheimliche: zwei entkleidete Frauen, ein Fläschchen mit gefangenem Dämon, ein Bock, von dem nur der Kopf sichtbar ist, ein Knabe mit Fackel. Das Werk verbindet die Erotik des Körpers mit der Vorstellungswelt der Hexenverfolgung, an der Schwelle zur Reformation.

Symbolik

Versiegeltes Fläschchen (gebändigter Dämon), Bock (Reittier des Sabbats), Fackel und Dünste (nächtliche Praktiken): Jedes Attribut bestimmt die Figuren. Die Nacktheit wird zum Zeichen eines dunklen Mächten preisgegebenen Körpers.

Geheimnisse

Das Wesen im Fläschchen, die Rolle des Knaben und der ursprüngliche Auftrag bleiben umstritten; das Bild illustriert keinen bestimmten Text.

Emotionen

Faszination der hellen Körper und Unbehagen des dunklen Grundes: Die Spannung zwischen Begehren und Angst ist die gesuchte Wirkung.

Anekdote

Treu zu einem anstößigen Sujet kehrt Baldung dreizehn Jahre nach dem Holzschnitt von 1510 in der Malerei dazu zurück.

Siehe auch