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Renaissance-Malerei

Markgraf Christoph I. von Baden mit seiner Familie vor der Heiligen Anna Selbdritt

Markgraf Christoph I. von Baden mit seiner Familie vor der Heiligen Anna Selbdritt

Hans Baldung Grien — um 1510 Öl auf Nadelholz, ca. 219 × 67 cm Staatliche Kunsthalle, Karlsruhe

Kunstgeschichte

Diese große Frühwerktafel verknüpft die Malerei mit der badischen Geschichte: Markgraf Christoph I. ließ seine Familie betend um eine Heilige Anna Selbdritt unter einem Baldachin darstellen. Das Friesformat ergibt sich aus der Fülle der Figuren; die Gläubigen, kleiner als die Heiligen, folgen der mittelalterlichen Hierarchie. Das Werk, zwischen Gruppenbildnis und Votivbild, bezeugt Baldungs Zeit bei Dürer. Es war ein Hauptstück der Baldung-Ausstellung 2019/2020 in Karlsruhe.

Symbolik

Die heilige Anna als Figur des Geschlechts entspricht der fürstlichen Familie; der Baldachin bezeichnet den himmlischen Rang; das einmütige Knien vertraut das Haus Baden ihrem Schutz an.

Geheimnisse

Das Friesformat dient dazu, die ganze Nachkommenschaft zu zeigen. Bestimmung (Epitaph, Retabel, Votivbild) und Identität der Kinder bleiben umstritten.

Emotionen

Eine geordnete Inbrunst, ein chorisches Gebet: Die Ergriffenheit entsteht aus der Einheit der Gruppe und dem Gefühl dynastischer Kontinuität.

Hinweis des Führers

Eine Tafel fast so lang wie ein Fries, um eine ganze Dynastie betend um die heilige Anna unterzubringen.

Anekdote

Das langgestreckte Format ist keine Laune: Man brauchte Platz, um die ganze Familie des Markgrafen aufzureihen.

Siehe auch