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Renaissance-Malerei

Die Geburt Christi

Die Geburt Christi

Hans Baldung Grien — 1539 Öl auf Holz Staatliche Kunsthalle, Karlsruhe

Kunstgeschichte

Als Spätwerk des eigenwilligsten Dürerschülers verdichtet diese Geburt Christi die Szene zu einer nächtlichen Gruppe, in der das Licht vom Kind selbst ausgeht. Baldung überlagert zwei Zeiten, Geburt und vorausgesagten Tod: Das fahle Fleisch des Säuglings und das umhüllende Tuch erinnern bereits an das Leichentuch. Was die Forschung „hässliche Renaissance-Babys“ nennt, ist hier expressive Entscheidung. Das Bild zählt zu den Glanzstücken des Karlsruher Baldung-Bestands.

Symbolik

Windel und Leichentuch verschmolzen, Krippe als Grab, inneres Licht des Wortes: Die ganze Passion ist in die Geburt eingeschrieben.

Geheimnisse

Das innere Licht gehört einer mystischen nordischen Tradition an. Das „hässliche“ Gesicht verdichtet die gewollte Doppeldeutigkeit: lebendig und doch dem Tod geweiht.

Emotionen

Eine von Trauerahnung getrübte Zärtlichkeit; eine Ergriffenheit der Klarsicht mehr als der Sanftheit.

Hinweis des Führers

Woher kommt das Licht? Vom Kind. Und das weiße Tuch? Ein Leichentuch. Baldung malt Geburt und Passion in einem Bild.

Anekdote

Die „hässlichen Renaissance-Babys“: Die Blässe des Säuglings ist kein Missgeschick, sondern Ankündigung des Todes.

Siehe auch