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Renaissance-Malerei

Die Graue Passion

Die Graue Passion

Hans Holbein der Ältere — um 1494-1500 Öl auf Nadelholz; Zyklus aus zwölf Tafeln Staatsgalerie, Stuttgart

Kunstgeschichte

Dieser Zyklus des Vaters von Holbein dem Jüngeren bildete die Flügel eines großen Passionsaltars. Die sechs Szenen der Außenseiten in Grautönen (Grisaille), damals in diesem Umfang neuartig, gaben dem Ganzen den Namen. Dieses Monochrom verleiht den Szenen eine zeitenthobene Ernsthaftigkeit. In Augsburg geschult, entfaltet Holbein der Ältere ein feines Gespür für Raum und verhaltene Emotion. Ein Scharnierwerk zwischen Gotik und Renaissance, 2003 von Stuttgart erworben.

Symbolik

Das Grau nimmt der Passion allen irdischen Glanz; dem geschlossenen Altar der Bußzeit vorbehalten, bereitet es auf die Trauer vor, ehe die Osterfarbe folgt.

Geheimnisse

Der ursprüngliche Altar ist zerlegt; der genaue Sinn der Grisaille (Vorbereitung, Steinnachahmung, spirituelle Wahl) wird noch diskutiert.

Emotionen

Ein ernster, stiller Schmerz: Das Fehlen der Farbe wirkt wie ein Schweigen und macht das Mitleid nackter.

Hinweis des Führers

Fast keine Farbe, nur Grau: Diese Flächen des geschlossenen Altars bereiteten auf die Trauer vor, vor der Osterfreude.

Anekdote

2003 für 13,2 Millionen Euro erworben – einer der teuersten Ankäufe eines deutschen Museums.

Siehe auch