Das Wasserschloss wurde von 1613 bis 1616 nach Plänen Eberhard Wilkenings für das Ehepaar Johann und Hedwig von dem Bussche errichtet; es liegt südwestlich von Minden. Die von dem Bussche hatten das Gut zuvor von den Münchhausen erworben — in eben jenen 1610er Jahren, in denen Wilkening auch Wendlinghausen baute.
Was zu sehen ist
Man betritt die Anlage über eine steinerne Brücke nach antikem Vorbild, die zu einem gewölbten Torweg und weiter in den Hof führt — eine kunstvolle Inszenierung des Zugangs aus dem Repertoire der Renaissance. Im Winkel der beiden Flügel steht ein polygonaler Treppenturm, das Gelenk des Baus, der die Geschosse erschließt und die Komposition beherrscht. Die hohen „italienischen“ Dächer und die Bossengiebel mit ihrem für die Weser typischen Schmuck aus Gesimsen, Kerbschnitt und hellem Sandstein prägen das Bild. Eng um den Hof gelegt und von Wasser umgeben, zeigt Haddenhausen die reife Form des Adelsschlosses der Region im frühen 17. Jahrhundert, in der der Repräsentationsbau die Wehrfunktion klar überwiegt — diese bleibt nur noch im Spiegel der Gräften.
Geschichte
Der von den Münchhausen erworbene Besitz gelangte an die Familie von dem Bussche, die den Bau errichten ließ. Seit 1708 gehören Schloss und Gut der Familienstiftung von dem Bussche-Hünnefeld — eine über drei Jahrhunderte währende Eigentumskontinuität, die die Geschlossenheit des Baus bewahrt hat. Die Verwandtschaft von Auftraggebern und Baumeister zwischen Haddenhausen, Wendlinghausen und Barntrup macht Wilkenings Schlösser zu einer regelrechten Reihe, an der sich die Verbreitung einer gemeinsamen Architektursprache im Weseradel ablesen lässt. Diese Zirkulation der Formen beruht nicht allein auf dem Baumeister: Die Steinmetzen, die gestochenen Vorlagen und bis hin zu den Obernkirchener Steinbrüchen, die den hellen Sandstein der ganzen Region lieferten, sicherten die Einheit des Stils von einem Bau zum nächsten. Haddenhausen gibt davon mit seiner Brücke und seinem Treppenturm eine besonders sorgfältige Fassung, die den repräsentativen Anspruch der westfälischen Ritterschaft des frühen 17. Jahrhunderts verkörpert.

