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Renaissance in Deutschland

Rathaus Sömmerda

Sömmerda

Rathaus Sömmerda

Im Herzen von Sömmerda, im Thüringer Becken, ist das Rathaus ein zweigeschossiger Renaissancebau des 16. Jahrhunderts. Ein erster Bau des 15. Jahrhunderts wurde zwischen 1529 und 1539 tiefgreifend renoviert und wiederaufgebaut, dann 1554 ein neues Rathaus errichtet; diese Renaissancegestalt hat die Stadt bewahrt.

Was zu sehen ist

Der Bau bewahrt sein Gepräge als zweigeschossiges Renaissance-Stadthaus. Das sprechendste Element ist der große Wappenstein an der Ostseite, der die einstigen Besitzverhältnisse dokumentiert: Hier erscheinen das Wappen der Stadt Erfurt (das Wagenrad) und darunter das von Sömmerda (der Adler) sowie die Schilde der übrigen in erfurtischem Besitz befindlichen Ämter — Kapellendorf, Vieselbach, (Burg) Vippach und Vargula. Dieser Stein macht die Fassade zum politischen Dokument: Sömmerda gehörte zum weiten Territorialbesitz der Stadt Erfurt, und das Rathaus zeigte diese Zugehörigkeit. Aus den Quellen weiß man, dass eine überdachte Freitreppe („Cavate") von 1539, mit einer Bürgergalerie und dem Zugang zur Waage, bis zu ihrem Abbruch 1834 bestand: Die Renaissance des Baus war ursprünglich also noch reicher als heute.

Geschichte

Ein Rathaus bestand wohl schon im 15. Jahrhundert; es wurde zwischen 1529 und 1539 renoviert und tiefgreifend wiederaufgebaut, dann 1554 ein neuer Bau errichtet. Das Gebäude hat bis heute sein Aussehen als zweigeschossiger Renaissancebau bewahrt, nur die überdachte Treppe von 1539 verschwand 1834. Die Zugehörigkeit Sömmerdas zum Erfurter Besitz — einer großen freien Stadt, die ein wahres Territorium verwaltete — erklärt das heraldische Programm des Wappensteins. Das Rathaus dient bis heute als Sitz des Bürgermeisters und mehrerer städtischer Ämter, eine seltene Nutzungskontinuität. Für den Atlas zeigt Sömmerda die Bürger-Renaissance der kleinen thüringischen Städte und die Rolle Erfurts als Territorialmacht, ablesbar im Stein mit den Wappen der Ämter.

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