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Renaissance in Deutschland

Rathaus Grimma

Grimma

Rathaus Grimma

An der Mulde gilt das Rathaus von Grimma als eines der am besten erhaltenen Sachsens. Sein dritter Bau wurde 1442 vollendet, doch erst im 16. Jahrhundert, nach dem Brand von 1540, erhielt es sein heutiges Gesicht: Ein breiter Renaissancegiebel und eine doppelläufige Freitreppe machen es zu einem Manifest der sächsischen Bürger-Renaissance.

Was zu sehen ist

Der Bau bewahrt die Züge des Baukörpers von 1442, doch sein Bild verdankt sich vor allem dem Westgiebel, nach dem Feuer von 1540 im Stil der Frührenaissance in Ziegelbauweise erneuert. Dieser außergewöhnlich breite Giebel ordnet die Marktfassade und ist das Kennzeichen des Ortes. Über dem Eingang zum Ratskeller entfaltet sich eine doppelläufige Freitreppe, eine zugleich praktische und repräsentative Anlage, die den Zugang zur Ratsstube in Szene setzt. Das Ganze liest sich als maßvolle Demonstration: Die Stadt übernimmt das neue Vokabular — Ordnung, regelmäßige Linien, gegliederter Giebel —, ohne die Wucht des mittelalterlichen Stadthauses aufzugeben. Sein hervorragender Erhaltungszustand macht es zu einem seltenen Zeugnis der städtischen Architektur der Zeit.

Geschichte

Das erste Rathaus, Ende des 13. Jahrhunderts erbaut, wurde durch einen Stadtbrand zerstört; ein neuer Bau, dessen Grundzüge erhalten sind, wurde 1442 eingeweiht, nachdem der Bau 1438 begonnen hatte. Der Brand von 1540 erzwang den vollständigen Wiederaufbau des Westgiebels im Geschmack der Frührenaissance, und der Bau erhielt seine endgültige Gestalt zwischen 1538 und 1585. Fast sechshundert Jahre lang Sitz der Stadtverwaltung, gab er diese Rolle erst 1893 ab, als die Ämter in das gegenüberliegende Haus zogen. Grimma gedieh durch Handel und Schulen des Muldentals, und sein Rathaus übersetzt diesen Aufstieg im Jahrhundert der Reformation, in einer Region, die einer der Herde des sächsischen Luthertums war. Für den Atlas zählt es zu den vollständigsten Zeugen der Renaissance der sächsischen Städte.

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