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Renaissance in Deutschland

Schloss Mansfeld

Mansfeld

Schloss Mansfeld

Wir sind im Land des Kupfers und im Land Luthers. Hier, in der Grafschaft Mansfeld, wuchs der Sohn des Bergmanns Hans Luder auf; Martin nannte sich „ein Mansfeldisches Landeskind". Für den Berghauptmann, der das Metall aus den Mansfelder Bergen gewinnt, sind diese drei auf demselben Hügel gestaffelten Schlösser — Vorder-, Mittel- und Hinterort — der Sitz der Grafen, deren Reichtum aus seinen Stollen kommt. Mitte des 16. Jahrhunderts machte ein Ingenieur daraus eine der stärksten Festungen Deutschlands. Und um die Streitigkeiten dieser Grafen über das Kupfer zu schlichten, kehrte Luther ins Mansfelder Land zurück, nach Eisleben, wo er im Februar 1546 starb.# Schloss MansfeldAuf einem Hügel des Mansfelder Landes, im Herzen des Kupferreviers, das seine Grafen reich machte, erstreckte sich eine der mächtigsten Festungen Mitteldeutschlands: nicht ein Schloss, sondern drei, nebeneinander für die Linien eines einzigen Hauses erbaut. Es ist das Land von Luthers Kindheit — und der Schauplatz des Streits, den er sterbend zu schlichten kam.

Was man sehen sollte

Der Hügel trägt die Spuren dreier Schlösser — Vorderort, Mittelort, Hinterort —, von den drei Zweigen der Grafen nach der Teilung von 1501 errichtet. Vieles ist heute nur noch Ruine, denn die Festung wurde im 17. Jahrhundert geschleift; doch das Schloss Vorderort hat seinen Wohnbau bewahrt, und die Schlosskirche St. Georg steht unversehrt inmitten der Anlage. Suchen Sie die skulptierten Renaissance-Portale, darunter ein berühmtes „Bacchusportal": Unter dem italienischen Vokabular bricht noch die germanische Verve durch.

Steigen Sie auf die Höhen: Der Blick umfängt die geschleiften Bastionen, die Terrassen, und begreift, dass man hier ebenso auf einer Festung wie auf einer Residenz steht. Mansfeld war kein Lustschloss; es war das hoch gelegene, bewaffnete Nest einer Dynastie, die ihre Macht aus dem Untergrund zog.

Geschichte

1501 teilt sich das Haus Mansfeld, und die Grafen bauen auf dem Burgberg drei eigene Schlösser nach den Linien — Vorderort um 1518, Hinterort 1519, Mittelort 1532 —, an denen die großen Künstler der mitteldeutschen Frührenaissance wirkten. Von 1549 bis 1560 führt der Ingenieur Christoph Stieler die Befestigungen auf ihren Höhepunkt: Mansfeld wird einer der stärksten Plätze des Landes.

Doch der Ruhm Mansfelds hängt an einem Namen. Hier, in der Stadt am Fuß des Schlosses, wächst Martin Luther auf: Als Kind lebte er dort, sein Vater baute Kupfer ab, und er nannte sich ein „Mansfeldisches Kind". Die Grafen waren seine Herren — manche seine Beschützer. Im Februar 1546 kehrt Luther eben zurück, um einen Streit der Grafen um die Kupfereinkünfte zu schlichten; er erkrankt und stirbt ganz in der Nähe, in Eisleben, im Mansfelder Land. 1674-1675, nach dem Dreißigjährigen Krieg, wird die Festung auf kaiserlichen Beschluss geschleift.

In seiner Blütezeit glänzte Mansfeld vom Kupfer: Die Grafen zogen aus dem Untergrund ein in ganz Europa gesuchtes Metall, und dieser Reichtum zog die besten Künstler der mitteldeutschen Frührenaissance an, eben jene, die in Meißen, Merseburg oder Bernburg arbeiteten. Der junge Luther wuchs in dieser Welt der Gruben, Hütten und Händler auf: Er behielt daraus, so heißt es, den handfesten Sinn für die Dinge und das Geld. Der Streit der Grafen, den er zu schlichten kam, betraf eben die Teilung dieser Einkünfte — ein Beweis, dass bis zuletzt das Kupfer der Nerv des Mansfelder Landes war. Als Festung ruiniert, hat der Ort in seiner Kirche und seinen Portalen genug bewahrt, um daran zu erinnern, dass er zuerst eine Wiege der Kunst war und nicht nur ein Kriegsplatz.

Symbole und Geheimnisse

Drei Schlösser auf einem einzigen Hügel: Nichts sagt besser die dynastische Logik der Zeit, in der jeder Zweig seinen Sitz, seinen Hof, seinen Anteil am Kupfer wollte. Der unterirdische Reichtum tritt überall zutage — er bezahlte den Stein, und um ihn stritt man bis vor Luther. Die Georgskirche schließlich bleibt als verschontes geistliches Herz einer teils ausgelöschten Anlage: Der Glaube bleibt stehen, wenn die Wälle fallen.

Warum dieser Ort zählt

Weil er die gräfliche Renaissance mit der größten Gestalt des Jahrhunderts verbindet: Mansfeld ist Luthers Heimatland, der Boden seiner Kindheit und die letzte Kulisse seines Lebens. Und weil er einen seltenen Typus zeigt — die dreifache Residenz eines geteilten Hauses, halb Palast, halb Festung, auf einem Schatz aus Kupfer erbaut. Wer über die geschleiften Wälle geht, zur unversehrten Georgskirche hinauf, versteht, dass hier Wirtschaft, Macht und Glaube dicht beieinander wohnten — und dass derselbe Boden den größten Reformator des Reiches großzog.

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