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Renaissance in Deutschland

Burg Ziesar

Ziesar

Burg Ziesar

Im Fläming, westlich von Brandenburg, war die Burg Ziesar von der Mitte des 14. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts eine der Residenzen der Brandenburger Bischöfe. Ihre Renaissancegeschichte liegt in einer Reihe von Umbauten um 1530, gerade als die Reformation die Mark erfasste: Der Bergfried erhielt damals neue Bekrönungen, und die Kapelle wurde neu ausgemalt.

Was zu sehen ist

Das Hauptstück der Anlage ist der Bergfried. Nach 1528 erhielt er eine Zinnenkrone und ein Wächterhaus in Renaissanceformen, die den mittelalterlichen Wehrturm in eine repräsentative Silhouette verwandeln. Um 1535 ließ Bischof Matthias von Jagow auf seine Spitze eine gemauerte „Bischofsmitra" setzen, ein sichtbares Zeichen der kirchlichen Herrschaft über die Burg — ein seltenes Detail, das noch von weitem lesbar ist. Im Inneren wurde die 1470 geweihte Kapelle St. Peter und Paul in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts neu ausgemalt: Die Wände erhielten einen Dekor aus grün lavierten Weinranken und die Gewölbe eine illusionistische Malerei, und weitere Räume der Burg wurden um die Jahrhundertmitte mit Wandmalereien geschmückt. Die Burg beherbergt heute das Museum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters, das dieses seltene Ensemble einer erhaltenen Bischofsresidenz würdigt.

Geschichte

Ziesar diente ab der Mitte des 14. Jahrhunderts als Residenz der Brandenburger Bischöfe. Der spätmittelalterliche Ausbau unter Bischof Dietrich IV. (1459-1472) hatte die Wohngebäude bereits zu palastartigen Bauten umgeformt und die Kapelle errichten lassen. Die Renaissance-Umbauten des zweiten Viertels des 16. Jahrhunderts fallen in einen entscheidenden Zusammenhang: Matthias von Jagow, Bischof von Brandenburg, schloss sich der Reformation an und stützte Kurfürst Joachim II., der 1539 das Luthertum in der Mark einführte. Die um 1535 auf den Bergfried gesetzte Mitra behauptete noch einmal die bischöfliche Herrschaft über einen bald säkularisierten Ort. Für den Atlas zeigt Ziesar eine Renaissance der Umformung statt des Neubaus: eine mittelalterliche Burg, deren Bekrönungen, ausgemalte Kapelle und Innendekorationen das Gepräge des 16. Jahrhunderts tragen, an der Wende von der bischöflichen zur protestantischen Zeit.

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