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Renaissance in Deutschland

Dom St. Peter und Paul zu Brandenburg

Brandenburg an der Havel

Dom St. Peter und Paul zu Brandenburg

Auf seiner Havelinsel gelegen, ist der Dom St. Peter und Paul zu Brandenburg einer der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands und die Wiege der Mark Brandenburg. Unter seinen Schätzen ist der deutlichste Zeuge der Renaissance der Hochaltar: der Lehniner Altar, ein 1518 vollendetes Schnitzretabel.

Was zu sehen ist

Der Lehniner Altar steht seit 1727 im Hohen Chor und dient als Hochaltar. In seinem Schrein rahmen Petrus und Paulus eine gekrönte Maria mit dem Kind; die gemalten Flügel zeigen links Benedikt von Nursia und Maria Magdalena, rechts Bernhard von Clairvaux im weißen Gewand der Zisterzienser und die heilige Ursula. In einer Leipziger Werkstatt gefertigt und mit Gold gehöht, gilt er als eines der bedeutendsten Retabel des 16. Jahrhunderts. Um dieses Hauptstück bewahrt der Dom eine reiche Ausstattung, deren Schichten zu unterscheiden sind: Der „Böhmische Altar" (um 1375) und zahlreiche Grabplatten von Bischöfen gehören dem Mittelalter an, während die Aufbauten des Nordturms (1669-1672) und die Wagner-Orgel (1723-1725) nach unserer Periode liegen. Das Dommuseum im Kreuzgang bewahrt zudem kostbare liturgische Textilien. Es ist der Altar von 1518, der den Dom in den Atlas der Renaissance eintreten lässt.

Geschichte

Das Retabel wurde 1518 von Valentin Henneke, dem letzten Zisterzienserabt von Lehnin, dem benachbarten Kloster zu seinem Seelenheil gestiftet. Nach der Einführung der Reformation und der Auflösung Lehnins gelangte das Werk kurz an die kurfürstliche Stiftskirche in Berlin und wurde dann per Schiff zum Brandenburger Dom überführt, ein im Dezember 1552 abgeschlossener Vorgang. Sein Weg fasst das Schicksal der religiösen Kunst der Zeit zusammen: am Vorabend der Reformation für eine katholische Abtei bestellt, wurde es eine Generation später in der Kathedrale einer protestant gewordenen Mark wiederverwendet. Für den Atlas gilt der Brandenburger Dom vor allem als Rahmen eines großen, in situ bewahrten Renaissance-Retabels, im Herzen der Stadt, die der Mark und dann dem Königreich den Namen gab.

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