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Renaissance in Deutschland

Renaissance-Bürgerhäuser Karlstadt

Karlstadt

Renaissance-Bürgerhäuser Karlstadt

Als um 1200 am Mainufer geplante Neustadt bewahrt Karlstadt rund um seine Hauptstraße, sein Rathaus und seine Pfarrkirche ein Ensemble von Bürgerhäusern des 16. und 17. Jahrhunderts. Diese Fachwerkhäuser der wohlhabenden Kaufmannsschicht bilden eines der einheitlichsten Renaissance-Stadtbilder Frankens.

Was zu sehen ist

Das Interesse liegt nicht an einem einzelnen Bau, sondern am Ensemble: giebel- und traufständige Häuser zu zwei bis drei Geschossen, in Fachwerk, mit oft auf Konsolsteinen auskragenden Obergeschossen und reich geschmücktem Gebälk. Dieses Repertoire — Ständer, Streben, verzierte Andreaskreuze — ist das der fränkischen Renaissance, angewandt auf das Kaufmannshaus, in dem der Reichtum des Holzes den Wohlstand des Besitzers zeigt. Man muss die Straße als Ganzes betrachten, im Wissen, dass in der Barockzeit viele Fachwerke verputzt und die Fenster mit Ohrenrahmungen versehen wurden: Manche Häuser haben bei der Restaurierung ihr Holz wiedergewonnen, andere behalten ihren Putz. Die Geschlossenheit der Häuserfront, über diese Varianten hinweg, gibt das Maß einer im Jahrhundert der Renaissance wohlhabenden Stadt.

Geschichte

Karlstadt, eine schon im Mittelalter geplante Stadt, blühte im 16. Jahrhundert durch den Mainhandel, und dieser Wohlstand liest sich in seinen Häusern: Das wohlhabende Bürgertum baute zwei- bis dreigeschossige Fachwerkhäuser rund um das bürgerliche und religiöse Zentrum. Das Ensemble bietet heute, trotz einiger Verluste, ein sehr einheitliches Stadtbild, von den Fachwerkbauten des 16.-18. Jahrhunderts geprägt. Diese Kontinuität macht den dokumentarischen Wert Karlstadts aus: kein einzelnes Denkmal, sondern ein Straßenbild, das vom Leben der Kaufmannsfamilien der fränkischen Renaissance erzählt. Für den Atlas veranschaulichen die Karlstädter Bürgerhäuser eine wesentliche, von Schlössern und Kirchen zu oft verdeckte Seite der Zeit: das gewöhnliche Wohnen des Bürgertums, in dem das geschmückte Fachwerk zum Zeichen eines sozialen Rangs und einer landeseigenen Baukunst wird.

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