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Renaissance-Skulptur

Ensemble von Waldgläsern

Ateliers verriers anonymes — vers 1500, Focke-Museum, Brême, collection de verrerie, Haus Riensberg.

Kontext

Dieser Eintrag beschreibt ein Ensemble, keine Einzelstück: Das Focke-Museum in Bremen zeigt im Haus Riensberg eine national bedeutende Sammlung europäischen Glases, deren älteste Stücke um 1500 gefertigte Waldgläser sind. Diese von anonymen Glashütten geschaffenen Objekte gehören dem Übergang zur Renaissance an. Das Haus Riensberg, im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts als Herrenhaus des Riensberger Guts errichtet, beherbergt heute die Präsentationen des Museums zur Wohnkultur und zur Glaskunst. Das Scaffold vermerkt, dass die Inventarnummern der Einzelstücke noch zu erheben sind, ehe getrennte Einträge erwogen werden: Daher bleibt es hier beim vom Museum dokumentierten Sammeleintrag, ohne den Anspruch, ein einzelnes Werk zu bestimmen. Das Ensemble bietet einen Anhaltspunkt, um das Gebrauchsglas Norddeutschlands um 1500 zu verstehen.

Bedeutung

Waldglas ist kein Luxus, sondern Gebrauchsglas, entstanden in den mitten in den Wäldern gelegenen Glashütten, nahe dem Brennholz und der als Flussmittel dienenden Asche. Zur Sammlung vereint, erzählt es von einer materiellen Kultur: der von Tisch und Trank am Ende des Mittelalters, an der Schwelle zur Renaissance. Sein Interesse liegt gerade in seiner bewahrten Alltäglichkeit.

Bemerkenswerte Elemente

Der grünliche Ton, kennzeichnend für Waldglas, rührt von den Eisenoxiden in Sand und Asche her. Das Ensemble vereint Gebrauchsformen des späten Mittelalters. Da hier kein ausführliches Inventar vorliegt, wird die Objektfamilie — Waldgläser um 1500 — beschrieben statt einzelner Inventarnummern, gemäß dem Sammelcharakter des Eintrags.

Symbolik

Mehr als um ein Symbol handelt es sich um ein Zeugnis: Diese Gläser verkörpern den Alltag und die Waldwirtschaft einer Epoche. Ihre grüne Schlichtheit, ohne kostbaren Zierat, spricht von der Kontinuität der Tischgesten zwischen endendem Mittelalter und beginnender Renaissance.

Geheimnisse

Die Anonymität ist die Regel: Weder die Hütte noch der Glasmeister werden genannt, wie oft beim Gebrauchsglas. Der Eintrag bleibt kollektiv, solange die Inventarnummern der Stücke nicht erhoben sind; jede künftige Vereinzelung setzt diese dokumentarische Vorarbeit voraus.

Emotionen

Vor diesen grünen Gläsern empfindet man eine gerührte Vertrautheit: Es sind Dinge des gewöhnlichen Lebens, unversehrt auf uns gekommen. Ihre bewahrte Zerbrechlichkeit, ihr Waldton, rufen den Tisch und die Hand herauf, die sie vor fünf Jahrhunderten hielt.

Führung

Achten Sie vor allem auf die Farbe: Dieses Grün ist nicht dekorativ, es kommt vom Eisen in Sand und Asche der Waldglashütten. Bedenken Sie, dass es Gebrauchsgläser sind, keine Prunkstücke, und dass wir hier von einem Ensemble um 1500 sprechen. Stellen Sie sich die Wälder vor, in denen dieses Glas geschmolzen wurde, nahe dem Holz, das die Öfen speiste.

Anekdote

Waldglas wurde mitten im Wald geschmolzen, dort, wo Brennstoff und kaliumreiche Asche im Überfluss vorhanden waren; daher sein Name und sein grüner Ton, die unfreiwillige Signatur eines wandernden Gewerbes.

Siehe auch