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Renaissance-Skulptur

Die vier Evangelisten des Münnerstädter Altars

Die vier Evangelisten des Münnerstädter Altars

Die vier Evangelisten des Münnerstädter Altars

Tilman Riemenschneider, 1490–1492 — Lindenholz — Bode-Museum, Berlin

Diese vier Evangelistenfiguren stammen vom Hochaltar der Kirche St. Maria Magdalena in Münnerstadt in Unterfranken (Bayern), 1490 bei Riemenschneider in Auftrag gegeben und 1492 vollendet. Es ist das erste große dokumentierte Retabel des Würzburger Meisters.

Vom Herkunftsort zum Aufbewahrungsort

Die Originale verließen Münnerstadt bei der Umgestaltung des Altars zwischen 1649 und 1653 und gelangten 1887 durch eine Wiener Auktion in die Berliner Sammlungen. In Münnerstadt stehen heute Kopien von Lothar Bühner (seit 1981). Die im Bode-Museum ausgestellten Stücke sind also die Originale – an einem Ort, der nicht ihr Herkunftsort ist.

Was man sieht

Das Lindenholz ist ungefasst gelassen – ein charakteristischer Entschluss Riemenschneiders. Verinnerlichte Gesichter, lange, ausdrucksvolle Hände, tiefe Gewandfalten: Die Bildhauerei allein trägt den Ausdruck.

Bemerkenswert

1504 wurde Veit Stoß mit der Fassung eines Teils des Ensembles beauftragt – eine mittelbare Begegnung der beiden großen Meister der deutschen Bildschnitzkunst.

Stil: Spätgotik, zeitgleich mit der frühen Renaissance.

Siehe auch