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Renaissance in Deutschland

Stiftskirche Feuchtwangen

Feuchtwangen

Stiftskirche Feuchtwangen

Im Zentrum von Feuchtwangen bewahrt die ehemalige Stiftskirche als Hochaltar einen Altar von Michael Wolgemut aus dem Jahr 1484. Diese unmittelbare Verbindung zur großen Nürnberger Werkstatt — jener, die Albrecht Dürer ausbildete — macht die Kirche zu einem Markstein des Atlas, in dem Augenblick, als die fränkische Altarmalerei ihre Reife erreichte.

Was zu sehen ist

Der Hochaltar, ein Werk Michael Wolgemuts (1483/84), ist das Stück, das man sehen muss: Der Altar zeigt die Jungfrau Maria und entfaltet auf seinen Flügeln Szenen der Verkündigung und der Geburt Christi, im Format des beweglichen Flügelretabels der ausgehenden Spätgotik. Wolgemut, Nürnberger Meister und Lehrer Dürers, verkörpert jene Übergangsgeneration, die bei aller Bewahrung der mittelalterlichen Altarstruktur die Zeichnung, das Porträt und den Sinn für das Volumen verfeinerte, die die Renaissance zur Vollendung führen sollte. Die Kirche selbst, basilikalen Typs, verbindet romanische und gotische Elemente mit einem im 14. Jahrhundert erneuerten gotischen Chor. Neun Glocken, deren älteste auf die Mitte des 13. Jahrhunderts zurückgeht, ergänzen das klingende Erbe. Für den Besucher konzentriert sich das Interesse auf den Altar: ein gesichertes, datiertes Werk eines genannten Meisters, ein seltener Ankerpunkt in der oft anonymen Produktion der Zeit.

Geschichte

Ursprünglich ein Benediktinerkloster, wurde die Einrichtung um 1197 ein Kollegiatstift weltlicher Kanoniker, ehe sie in der Reformation 1563 aufgelöst wurde und ihre Güter an den Markgrafen von Ansbach fielen; seither ist die Kirche die evangelische Pfarrkirche. Der Altarauftrag an Wolgemut 1484 stellt Feuchtwangen in den Einflussbereich Nürnbergs, dessen Werkstätten die Kirchen ganz Frankens belieferten. Dass dieser Altar die Reformation — die andernorts so viele Bilder vernichtete — überstand und an Ort und Stelle blieb, zeigt die relative Mäßigung der lutherischen Praxis im Ansbacher Land, wo man das mittelalterliche Inventar oft bewahrte. Für den Atlas gilt die Stiftskirche Feuchtwangen als Schrein eines Wolgemut-Werks: nicht der gotische Bau selbst, sondern der darin bewahrte Altar, Zeuge der Kunst, die die große Generation Dürers vorbereitete.

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