Das Renaissancekleinod der Hohenlohe
In Weikersheim im Taubertal verwandelt Graf Wolfgang II. von Hohenlohe ab 1586 eine mittelalterliche Burg in eine Renaissanceresidenz. Um 1605 vollendet, erhält das Schloss einen seltenen dreieckigen Grundriss. Sein um 1600 ausgestatteter Rittersaal verblüfft durch die Kassettendecke mit gemalten Jagdszenen und die lebensgroßen Stucktiere.
Ein erster Renaissancegarten
Als wissenschafts- und alchemiebegeisterter Fürst verlängert Wolfgang II. sein Schloss durch einen geordneten Garten im Geist der Renaissance, in dem die Architektur die Natur beherrscht. Von dieser frühen Anlage vor 1620 blieb vor allem die Idee: Der heutige Garten hat sie weitgehend überlagert.
Der Triumph des Barock
Ab etwa 1708 lässt Graf Carl Ludwig den Park nach französischem Vorbild neu gestalten: Parterres, Orangerie, Becken, über fünfzig Sandsteinfiguren und die berühmte Zwergengalerie. Dieser nahezu unverändert erhaltene Barockgarten zählt zu den schönsten Süddeutschlands. So liest sich Weikersheim wie ein Geschichtsbuch, von der Renaissance bis zum Hochbarock.
Was man sehen sollte
- Den Rittersaal (um 1600), Meisterwerk der Renaissance mit gemalter Decke.
- Die barocke Orangerie, die den Garten im Westen abschließt.
- Die Zwergengalerie und die Sandsteinfiguren.
Schon gewusst?
Der Garten von Weikersheim gehört zu den wenigen deutschen Barockgärten, die ihren Grundriss und einen Großteil ihrer Originalfiguren bewahrt haben und den Umgestaltungen des 19. Jahrhunderts entgingen. So liest man hier mit einem Blick den Übergang von der Renaissance zum Barock.
Eckdaten
Renaissanceschloss und Garten, Weikersheim (Baden-Württemberg). Renaissance-Umbau unter Wolfgang II. von Hohenlohe, 1586-1605; Rittersaal um 1600. Barockgarten unter Carl Ludwig, ab ~1708. Seit 1967 im Besitz des Landes.

