In Sondershausen, im Norden Thüringens, war das Schloss die Residenz der Grafen, später Fürsten, von Schwarzburg-Sondershausen. An der Stelle eines um 1300 belegten Wohnturms ließ Graf Günther XL. die mittelalterliche Feste abreißen und begann ab 1534 den Bau eines Renaissanceschlosses, von dem 1550 drei Flügel vollendet waren.
Was zu sehen ist
Die große Renaissance-Kampagne begann 1533-1534 unter Günther XL., genannt „der Reiche": Er ließ die alte Feste größtenteils abtragen und errichtete das heutige Schloss, von dem 1550 drei Flügel standen. Aus dieser Phase bleibt besonders der Wendelstein, eine Wendeltreppe mit manieristischem Gewölbe, einer der sprechendsten Zeugen der Renaissance des Ortes. Auch die späteren Säle sind zu besichtigen: der Riesensaal, ein barocker Festsaal mit reichem Stuckdekor, und der klassizistische Blaue Saal in den Farben des Fürstentums. Sondershausen ist also als geschichtetes Schloss zu lesen, dessen Kern und Renaissancetreppe die begründende Schicht bleiben. Das Schloss beherbergt heute das Schlossmuseum mit drei Ausstellungsbereichen, eine Musikakademie und veranstaltet die Thüringer Schlossfestspiele.
Geschichte
Die Verlegung des Hofes von Schwarzburg-Arnstadt nach Sondershausen nach 1716 steigerte die Bedeutung des Schlosses als Fürstenresidenz, doch sein Kern bleibt der Renaissance-Wiederaufbau der Jahrhundertmitte. Günther XL., ein bauender und vermögender Graf, übersetzte die Festigung seiner Linie zur Zeit der Reformation in Stein und gab Sondershausen eine moderne dreiflügelige Residenz. Die Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen, die später in den Fürstenstand aufstiegen, bereicherten den Bau um barocke und klassizistische Säle, ohne die Renaissancestruktur auszulöschen. Sondershausen zeigt die Kontinuität eines gräflichen Hauses auf ein und demselben Sitz, dessen großer begründender Moment die Renaissance war: ein Schloss, in dem der manieristische Wendelstein und der Grundriss des 16. Jahrhunderts noch den Ehrgeiz eines thüringischen Geschlechts im Jahrhundert der neuen Formen bezeugen.

