Ein Museum im Kartäuserkloster
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg wurde 1852 von Hans Freiherr von und zu Aufseß gegründet und ist im ehemaligen Kartäuserkloster untergebracht, dessen gotischer Kreuzgang und Kirche in den Bau einbezogen wurden. Es ist das größte Museum für Kunst und Kultur des deutschen Sprachraums, von den Anfängen bis zur Gegenwart. Den Eingang prägt heute die Straße der Menschenrechte von Dani Karavan.
Die Stadt Dürers
Besonders reich ist der Renaissancebestand, denn Nürnberg war die Stadt Albrecht Dürers, von dem das Haus bedeutende Werke bewahrt. Daneben finden sich Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, Hans Baldung Grien und Michael Wolgemut, in dessen Werkstatt Dürer gelernt hatte. Die Bildschnitzerei der Spätgotik und frühen Renaissance ist mit großen Namen vertreten: Veit Stoß, Tilman Riemenschneider und Adam Kraft, die der fränkischen Plastik um 1500 ihr Gesicht gaben.
Kultur des 16. Jahrhunderts
Über Malerei und Skulptur hinaus zeigt das Museum wissenschaftliche Instrumente, Globen, Rüstungen und Goldschmiedearbeiten, die die materielle Kultur der Renaissance vergegenwärtigen. Nürnberg war Handels- und Handwerksmetropole und ein Zentrum des Humanismus; diese Rolle lässt sich in den Sälen unmittelbar nachvollziehen. Für den Liebhaber der Renaissance ist das Haus einer der dichtesten Orte Deutschlands, weil es Kunst, Wissen und Alltag einer ganzen Epoche zusammenführt.

