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Renaissance-Malerei

Vase mit Lilien und Iris — Ludger tom Ring der Jüngere (1562)

Vase mit Lilien und Iris — Ludger tom Ring der Jüngere (1562)

Gattung: Malerei (Blumenstillleben) Aufbewahrungsort: LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster Technik: Öl auf Holz (Eiche); kleines Hochformat, ca. 64 × 27 cm; Pendant zu einer zweiten Blumenvase

Kunstgeschichte

Das 1562 datierte Blumengefäß zählt mit seinem Iris-Pendant zu den frühesten bekannten autonomen Blumenstillleben. Der Münsteraner Maler macht den Strauß zum alleinigen Bildgegenstand und behandelt Lilien und Iris mit nahezu botanischer Genauigkeit, aus verschiedenen Blickwinkeln und Blühstadien — „Pflanzenporträts“, die den Aufstieg der Gattung in den Niederlanden ankündigen.

Symbolik

Die Lilie verweist auf die Reinheit Mariens, die Iris („Schwert“) auf die Passion. Das Pendant trägt die Inschrift „IN VERBIS IN HERBIS ET LAPIDIBUS DEUS“.

Geheimnisse & Rätsel

Die heute bräunlichen Blumen waren ursprünglich blau: Die Lasuren haben sich mit der Zeit verfärbt.

Emotionen

Eine lebendige, stille Präsenz, ein Gefühl der Zerbrechlichkeit, das der geschnittenen Blume eigen ist.

Anekdote

Ein autonomes Blumenstillleben so früh — 1562 — zu datieren macht diese Vase zu einem Meilenstein der Gattungsgeschichte.

Siehe auch