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Renaissance in Deutschland

Schloss Doberlug

Doberlug-Kirchhain

Schloss Doberlug

In den Ebenen der Niederlausitz, auf den Mauern einer ehemaligen Zisterzienserabtei, errichten die Herzöge aus dem Hause Wettin ab 1551 ein weitläufiges Renaissance-Schloss. Arkadenhof, geordnete Flügel, gemeißelte Portale: Doberlug ist einer der großen Zeugen der Renaissance in Brandenburg, lange abseits der Wege geblieben. Man betritt es wie ein steinernes Theater mitten in den Feldern.

Was man sehen sollte

Das Schloss ist eine weiträumige Vierflügelanlage, die sich auf einem leicht verschobenen, rechteckigen Grundriss um einen Innenhof schließt. Von außen fällt zuerst die Dachlandschaft aus roten Ziegeln auf, gegliedert durch Zwerchhäuser mit den auffälligen Volutengiebeln, die für die sächsische Renaissance kennzeichnend sind. Fünfzehn dieser Giebel wurden bei den Restaurierungen wieder in ihre ursprüngliche Form gebracht. Eine Zufahrtsbrücke führt zum Hauptportal, über dem ein Wappen an die Herren des Ortes erinnert.

Den größten Detailreichtum birgt der Innenhof. Zwei Treppentürme mit schlanken Spitzen fassen die Anlage; an der Nordfassade lehnt sich ein runder Brunnen an eine steinerne Galerie, unter einem gebrochenen Giebel, der mit Löwen und dem sächsischen Wappen geschmückt ist. Geschmiedete Drachenköpfe, in das Mauerwerk eingelassen, dienten als Wasserspeier. Im rückwärtigen Teil, dem Hinterschloss, haben sich Arkaden erhalten, die das Renaissance-Vokabular der Anlage deutlich aussprechen. Wappenportal, Galerie und Treppentürme — alles im Hof ist auf Repräsentation angelegt.

Geschichte

Die Geschichte beginnt weit vor der Renaissance. 1165 wird an diesem Ort der Niederlausitz das Zisterzienserkloster Dobrilugk gegründet; es besteht fast vier Jahrhunderte, bis es 1541 im Zuge der Reformation säkularisiert wird. 1551 übernimmt Heinrich von Gersdorf den Klosterbesitz und baut das Abtshaus zu einer Vierflügelanlage im Stil der sächsischen Renaissance um — die Geburtsstunde des heutigen Schlosses.

Im 17. Jahrhundert treten die Wettiner auf den Plan. 1623 kauft Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen Dobrilugk für 300 000 Taler; bereits 1624 richtet er hier ein kurfürstliches Amt ein und lässt weiterbauen. Ab 1628 wird der Südflügel vollständig neu errichtet. Ihren Höhepunkt erreicht die Anlage unter Herzog Christian I. von Sachsen-Merseburg, der das Gut 1657 erbt: Auf ihn gehen unter anderem ein Schlossturm (1657) und ein Gästehaus (1666) zurück, ehe die heutige Gestalt um 1676 vollendet ist. So verbindet das Schloss späte Renaissance und frühes sächsisches Barock.

Die Niederlausitz fällt erst 1815, auf dem Wiener Kongress, an Preußen. Nach langer Vernachlässigung erlebt das Schloss zwischen 1998 und 2014 umfangreiche Restaurierungskampagnen; seit 2015 beherbergt es ein Museum im Museumsverbund des Landkreises Elbe-Elster.

Symbole und Geheimnisse

Der plastische Schmuck ist eine dynastische Signatur. Das sächsische Wappen und die Löwen des Nordgiebels, das Wappenportal, schreiben die Zugehörigkeit zu den Wettinern und zur Linie Sachsen-Merseburg in den Stein. Die geschmiedeten Drachenköpfe, die die Wasserabführung in ein Ziermotiv verwandeln, zeugen von der Renaissance-Lust, Nützliches ins Wunderbare zu kleiden. Die Volutengiebel schließlich sind das sicherste Stilmerkmal der sächsischen Renaissance: Man findet sie von einem kurfürstlichen Schloss zum nächsten, wie ein gemeinsames Alphabet des Dresdner Hofes, getragen bis an die lausitzischen Ränder.

Warum dieser Ort zählt

Doberlug ist eines der großen Renaissanceschlösser im heutigen Brandenburg und das sprechendste Beispiel für die Präsenz der Wettiner am Rand der Lausitz. Es zeigt an einem einzigen Bau die Verwandlung eines Zisterzienserklosters in eine fürstliche Residenz und den allmählichen Übergang von der späten Renaissance zum Barock. Mit seinem Hof, seinen Treppentürmen und Giebeln ist es ein Markstein sächsischer Hofarchitektur an der wandernden Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg.

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