1617-1618 für den mächtigen Murgschiffer und Holzhändler Johann Jakob Kast errichtet, gilt dieser Bau — lange Storrenhaus genannt — als eines der bedeutendsten Bauwerke der süddeutschen Spätrenaissance. Er stammt vom Heidelberger Hofbaumeister Johannes Schoch.
Was zu sehen ist
Das Haus überrascht durch Weite und Qualität seiner Innenräume, ungewöhnlich für ein Privathaus einer Kleinstadt. Schoch baute im damals modernsten Stil, dem Manierismus — jener späten Phase der Renaissance, die den Barock vorbereitet und in der das Ornament gelehrter und dichter wird. Dass sich ein bloßer Kaufmann den Architekten des Heidelberger Schlosses leisten konnte, sagt viel über den Reichtum, den das Holz des Schwarzwalds den örtlichen Eliten einbrachte: Das Haus ist ebenso ein soziales wie ein architektonisches Manifest. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wechselte der Bau seine Nutzung und diente bis 1936 als Rathaus, daher sein heutiger Name; er beherrscht noch immer den Marktplatz der Gernsbacher Altstadt.
Geschichte
Das Vermögen Johann Jakob Kasts stammte aus der Murgflößerei zum Rhein, einem Handel, der unter anderem den niederländischen Schiffbau versorgte. Dieser Wohlstand erklärt den Ehrgeiz des Programms. Johannes Schoch, sein Architekt, ist eine Hauptfigur der Spätrenaissance am Oberrhein: Ihm verdankt Heidelberg den Friedrichsbau des Schlosses und, bei Karlsruhe, das Schloss Gottesaue. Gernsbach zählt zu seinen gelungensten Profanbauten und bezeugt die Ausstrahlung eines höfischen Stils bis in die Handelsflecken des Tals. Dass der Bau bis heute im Herzen eines Schwarzwaldtals erhalten blieb, macht ihn zu einem der seltenen bewahrten Zeugen dieses Flößerreichtums — eines verschwundenen Gewerbes, von dem die Architektur die sichtbarste Spur bewahrt. Mit seinen Innenräumen und seiner Fassade gehört das Alte Rathaus, das Wahrzeichen der Stadt, zu den Schlüsselwerken, an denen sich die süddeutsche Spätrenaissance außerhalb der großen Residenzstädte studieren lässt. Der Murghandel, der es ermöglichte, erinnert daran, dass die Renaissance auch von bürgerlichem Reichtum lebte, nicht nur von Fürstenhöfen.
In der Nähe
Baden-Baden (Neues Schloss); Karlsruhe (Schochs Gottesaue, Staatliche Kunsthalle).
- histoire : voir corps.
- contes_legendes : (pas de matière attestée retenue.)
- sources :
- [{ "titre": "Stadt Gernsbach — Altes Rathaus", "url": "https://www.gernsbach.de/startseite/leben/altes+rathaus.html", "niveau": 1 }]
- [{ "titre": "Schwarzwald Tourismus — Altes Rathaus, Wahrzeichen von Gernsbach", "url": "https://www.schwarzwald-tourismus.info/attraktionen/altes-rathaus-wahrzeichen-von-gernsbach-4a085d2d76", "niveau": 3 }]
- quiz :
{ "question": "Qui a bâti l'ancien hôtel de ville de Gernsbach (1617-1618) ?", "choices": ["Heinrich Schickhardt", "Johannes Schoch", "Elias Holl", "Aberlin Tretsch"], "correct": "Johannes Schoch", "explanation": "L'architecte Johannes Schoch, auteur de l'aile Frédéric de Heidelberg, le construisit pour le marchand de bois Johann Jakob Kast." }

