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Persönlichkeiten der Renaissance

Johannes Reuchlin

Johannes Reuchlin

Der Mann der drei Sprachen

Johannes Reuchlin, 1455 in Pforzheim geboren, war Jurist, Diplomat und der größte dreisprachige Gelehrte — Latein, Griechisch, Hebräisch — des damaligen Deutschland. Im Dienst der württembergischen Herzöge bereiste er Italien, traf dort die Humanisten und brachte die Vorliebe für das Griechische und die jüdische Mystik mit.

Der Begründer des christlichen Hebraismus

Sein De rudimentis hebraicis(1506) gab den deutschen Christen ihre erste hebräische Grammatik und ihr erstes Lexikon: ohne ihn wäre die Bibelübersetzung der Reformatoren undenkbar gewesen. MitDe verbo mirificoundDe arte cabalistica führte er die Kabbala in das lateinische Denken ein.

Der Reuchlin-Streit

Ab 1509 widersetzt er sich der von Johannes Pfefferkorn und den Kölner Dominikanern geforderten Vernichtung der jüdischen Bücher. Der gegen ihn angestrengte Ketzerprozess wird zur Sache des ganzen gelehrten Europa: Die Dunkelmännerbriefe (1515-1517) verspotten seine Gegner und machen ihn zum Herold der Freiheit des Studiums. Die deutsche Gelehrtenrepublik erringt damit ihren ersten moralischen Sieg.

Schon gewusst?

Er gräzisierte den Namen seines Großneffen Philipp Schwartzerdt zu Melanchthon.

Eckdaten

Pforzheim 1455 – Stuttgart 1522. De rudimentis hebraicis: 1506. Reuchlin-Streit: 1509-1520.