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Renaissance in Deutschland

Evangelische Stadtkirche Laubach

Laubach

Evangelische Stadtkirche Laubach

Die evangelische Stadtkirche Laubach, ehemals St. Maria, ist das Heiligtum der Grafen zu Solms-Laubach, Nachbarn des Schlosses. Zwar ist ihr heutiges Schiff barock, doch ihre Grabmäler machen sie zu einem bemerkenswerten Schrein der Gedenkskulptur und -malerei der Renaissance, im Dienst eines ihrer Kirche verbundenen gräflichen Hauses.

Was zu sehen ist

Das Hauptmonument ist das Epitaph des Friedrich Magnus I. (1521-1561), im nördlichen Querhaus: eine vollrunde weiße Ritterfigur, vor einem Kruzifix kniend, 1562/63 in Alabaster von Jordanus Brekevelt ausgeführt — ein Meisterwerk des Renaissance-Grabporträts in Hessen. Ein zweites Stück fesselt: das bemalte Epitaph des Albrecht Otto I. und seiner Familie von Clemens Beuteler, das den Grafen, seine Gemahlin Anna von Hessen-Darmstadt, sieben Töchter und einen Sohn vor einer auf 1616 datierten Stadtansicht von Laubach zeigt — ein kostbares städtisches Dokument ebenso wie ein Andachtsbild. Die Kirche verbindet zwei Stile: einen romanisch-gotischen Ostteil (Chor und Querhaus des 12.-13. Jahrhunderts) und ein zwischen 1700 und 1702 errichtetes barockes Schiff. Eine heute unzugängliche Gruft diente jahrhundertelang als Grablege der Grafen. Man kommt also nach Laubach für seine Monumente, nicht für die Architektur des Schiffs.

Geschichte

Die Grafen zu Solms-Laubach und ihre Untertanen gingen 1544 zum Protestantismus über; die Kirche blieb der Ort, an dem das Haus sein dynastisches Gedächtnis einschrieb. Das Monument von 1562/63 gehört der ersten reformierten Generation an, die das gemeißelte Grabporträt zur Erinnerung an ihre Häupter annahm; das Epitaph von 1616, der folgenden Generation, fügt dem Gruppenporträt eine Stadtansicht hinzu, ein Zug der Kunst der Zeit. Das Schiff wurde 1702 barock neu gebaut, fünfunddreißig Jahre bevor man einen mit dem Schloss verbundenen Grafenstuhl einrichtete. Für den Atlas gilt die Stadtkirche Laubach als Pantheon der Solms-Laubach und Hort des gemeißelten und gemalten Gedächtnisses der Renaissance, datierbar an ihrem Monument von 1562/63 und ihrem Epitaph von 1616.

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