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Renaissance in Deutschland

Schloss Glücksburg

Glücksburg

Schloss Glücksburg

In Glücksburg scheint ein weißes, kubisches Schloss auf einem Wasserspiegel zu ruhen: Von 1582 bis 1587 für Herzog Johann von Holstein-Sonderburg errichtet, gab es einer Dynastie Namen und Wiege, die noch über Dänemark und Norwegen herrscht. Sein Wahlspruch „Gott gebe Glück mit Frieden" läuft über den Stein. Man betrachtet es vom Ufer wie eine kreidige Erscheinung auf dem Teich.

Was man sehen sollte

Glücksburg ist ein Wasserschloss im wörtlichsten Sinn: Der Bau erhebt sich mitten in einem Teich, auf einem einzigen Fundament, das drei nebeneinandergesetzte Wohnbauten trägt. Von außen liest sich diese Struktur als großer Block auf quadratischem Grundriss, flankiert von vier achteckigen Ecktürmen mit Hauben. Die durchgehend weiße Fassade verleiht dem Schloss sein so eigenes Aussehen, das eines hellen, kompakten Volumens auf dem Spiegel des Wassers. Das Fehlen überladenen Schmucks lenkt die Aufmerksamkeit auf die Geometrie des Gebäudes und seine Spiegelung.

Das Schloss hat seine Ausstattung als fürstliche Residenz bewahrt, darunter eine Kapelle. Über dem Portal fassen die Buchstaben GGGMF die Devise des Erbauers zusammen, „Gott gebe Glück mit Frieden“: Aus dieser Formel ziehen das Schloss und bald die Dynastie ihren Namen. Der das Gebäude umgebende Teich ist keine bloße Zier: Er erfüllte einst die Verteidigungsfunktion und markiert noch die Trennung zwischen der Welt des Fürsten und dem Außen.

Geschichte

Das Schloss wird von 1582 bis 1587 für Herzog Johann den Jüngeren von Schleswig-Holstein-Sonderburg an der Stelle einer ehemaligen geistlichen Niederlassung errichtet. Der Baumeister ist Nikolaus Karies. Johann der Jüngere, aus einer jüngeren Linie des herzoglichen Hauses, begründet hier den Sitz eines neuen Geschlechts: des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

Diese anfangs bescheidene Dynastie wird ein außergewöhnliches europäisches Glück erleben. Durch das Spiel der Heiratsbündnisse gelangen ihre Mitglieder auf mehrere Throne; der dänische König Christian IX. aus diesem Haus wird für die Verheiratung seiner Kinder in die großen regierenden Familien der „Schwiegervater Europas“ genannt werden. Das Schloss bleibt die symbolische Wiege dieses Aufstiegs. Im 20. Jahrhundert sichert eine 1922 gegründete Stiftung seine Erhaltung; Glücksburg ist heute ein Museum und beherbergt kulturelle Veranstaltungen, darunter Konzerte des Schleswig-Holstein Musik Festivals.

Symbole und Geheimnisse

Alles an Glücksburg liegt in einer Devise. „Gott gebe Glück mit Frieden“ ist keine schmückende Formel: Sie benennt das Schloss (Glücksburg, „das Schloss des Glücks“) und durch es die ganze Dynastie. Das durchgehende Weiß der Fassaden, die Regelmäßigkeit des quadratischen Grundrisses, die vier gleichen Türme bilden ein Bild der Ordnung und Gelassenheit, im Gegensatz zur starrenden Militärarchitektur des Mittelalters. Die Wasserfläche schließlich hüllt den Fürsten in ein Schmuckkästchen: Die Verteidigung ist zum Symbol von Trennung und Würde geworden. Wenige Schlösser sprechen mit so sparsamen Mitteln das Ideal einer friedlichen, beherrschten Renaissanceresidenz aus.

Warum dieser Ort zählt

Glücksburg ist das sinnbildlichste der Renaissance-Wasserschlösser des Nordens und ein dynastischer Erinnerungsort von europäischer Tragweite. Als Wiege eines Hauses, das mehreren Ländern Herrscher geben wird, bietet es in einer Silhouette von seltener Reinheit das vollendete Bild der fürstlichen Residenz des späten 16. Jahrhunderts. Seine weiße, quadratische, auf dem Wasser ruhende Architektur macht es zu einem der wiedererkennbarsten Denkmäler Schleswig-Holsteins.

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